Zur Geschichte des Tanzhausfestes
Ein kurzer Rückblick zum
23. Leipziger Tanzhausfest vom 1. Mai bis 4. Mai 2008
Da die Texte sehr persönlich gehalten sind, soll hier unser Autor Ralf Spiegler genannt sein.
Swedenquell (Leipzig)
Die Eröffnung wurde in diesem Jahr von Swedenquell gemacht. Eine raffinierte Polonaise und im Anschluss frisch und fröhlich durch Europa getanzt.
Magos (Ungarn)
Die Ungarn starteten ihre Tanzrunden mit einer Vorführung. Das sah gut aus und gab uns Gelegenheit der virtuosen Musik zu lauschen, was beim Tanzen ja doch ein wenig vernachlässigt wird. Die drei angekündigten Musiker wurden noch von zwei Gästen unterstützt., was den Sound noch voller machte. Drehleiermusik vom Feinsten.
Doch zum Tanzen waren wir gekommen und Tanzen wurde anstrengend. In Ungarn dauert ein Set eine halbe bis dreiviertel Stunde und dabei gibt's Csárdás - erst langsam dann schnell zum Schluss noch den Verbunkos - und dann endlich 10 Minuten Pause. Nach der Pause gab's noch mal Csárdás - erst ... ...oh, das kennen wir schon.
Digor Kalon (Freiburg)
Im letzten Set am Donnerstag ging es in die Bretagne. Getrieben vom Gesang und Flötenspiel von Britta Irslinger und getragen vom kräftigen Gitarrenklang Fabien Simons ver- und entknoteten sich die Ketten - und nach den Erfahrungen die wir bei den Ungarn gemacht hatten wurden Plinn, Suite de Loudeac und Cie. auch gar nicht mehr als anstrengend empfunden.
TWM TWP (Wales)
Für die Walisischen Tänze muss man wissen, wer man ist und sehr flexibel sein: First Couple - Side Couple, zu dritt, zu acht, Rücken an Rücken, zur Bühne, in Longway oder Kreis... .
Tanzmeisterin Rachel war ebenso begeistert von den Fähigkeiten der Tänzer, in dem Chaos bei vollem Saal die Erklärungen so schnell umzusetzen, wie wir Tänzer es waren, dass sie diesen Haufen bei dem wenigen vorhandenen Platz noch so gut dirigieren konnte.
Zerrwanst & Co. (Leipzig)
Zerrwanst gaben den Startschuss für den Samstagsball. Ungewohnt experimentierfreudig ließen sie den "freien Tänzen" viel Raum und sagten "Tanzt darauf, was ihr wollt" - bei der guten Musikvorlage kein Problem. Und manch einen wird die Vielfalt der Möglichkeiten überrascht haben. - Da ging mehr als nur Tango.
Fei scho (München)
"Ist Leipzig experimentierfreudig?", fragte mich Tanzmeister Josef vor dem ersten Ball von Fei Scho. Ich hoffe, ich habe die richtige Antwort gegeben. Die Fei Schos staunten jedenfalls nicht schlecht, als sich, nachdem zwei Minuten nichts passiert war, die angekündigte Polonaise ohne ihren Tanzmeister formierte und in Bewegung setzte.
In Bayern wird nach drei Tänzen eine kurze Pause gemacht, obdem der Bua dös Dirndl galant an da Plotz führen kann. Wir Tänzer waren aber so begeistert, dass für einen Tanz mehr getrost auf die Etikette gepfiffen wurde. Die Musiker fanden sich drein.
Am Samstag gab es dann Experimentelles. Da haben die Fei Schos auf dem Workshop mit den Teilnehmern eine Tanzchoreographie entwickelt. Brandneu, based in tradition, experimentell und GEMA-frei - Bravo!
Chablis (Berlin)
Für enges Schmusepaartanzen hatten wir Chablis eingeladen. Nicht nur deswegen mein persönlicher Favorit auf diesem Tanzhausfest.
Bei der Musik möchte man am liebsten die Augen schließen, träumen und schweben. Da die Füße aber drehen wollen und wir nicht allein im Saal waren, blieb mir nichts, als die Damen zu beneiden, die in meinen Armen der Welt entschwinden.



