Zur Geschichte des Tanzhausfestes
Wieder im Kulturwürfel.
Mitgewürfelt haben zum 17 und vier: Token Women (Großbritannien), Patrick Bouffard Transsept (Frankreich), Hotel Palindrone (Österreich), Dobranotch (Rußland), Tanzgruppe FH Cankiri (Türkei), Veranda (Berlin), Colinda (Berlin), Swedenquell, Zerrwanst & Co. Siggi Doberenz und Wimmerschinken (Leipzig)
Das 17. Leipziger Tanzhausfest vom 9. bis 12. Mai 2002
Vier Tage lang lauter Gewinner nur die Füße wussten vor lauter Two-Step, Bourrée, Dreher, Walzer und so fort am Ende nicht mehr weiter.
Als Divas of the Dance World spielten Token Women ihre Reize aus. Token Women spielen so gut, daß es fast zu schade ist, darauf zu tanzen. Doch was kann man tun, wenn die Füsse sich nicht beruhigen lassen. Besetzung: Saxophon, Klarinette, Posaune, Tuba, Violine, Flöte, Keyboard, Drums.
Zum zweiten mal dabei, diesmal als Patrick Bouffard Transsept, brachte der Drehleiervirtuose die Bourrée nach Leipzig. Freunde des Fingerhakelns und des französischen Bal Folk kamen auf ihre Kosten. Mitgebracht hatte Patrick Bouffard (Drehleier) Benoit Mager (Sackpfeife) Cyril Roche (diat. Akkordeon), Anne-Lise Foy (Drehleier/ Gesang)
Die vier Musiker von Dobranotch sind gebürtige Petersburger, die aus unterschiedlichen Gründen ihre Heimat verließen und sich im französischen Nantes fanden. Mit einer Mischung aus russischer Folklore, jiddischen Klängen, Balkanmusik, Zigeunerrhythmen und dem Blatniak, der anfang des Jahrhunderts in den Elendsvierteln von Odessa entstand wurden Zuhörer und Tänzer weit in den Osten entführt, mit einer rassanten Musik, die ständig zwischen Schwermut und Ausgelassenheit schwankte.
Die Musiker um Stephan Steiner beherrschen ein derart vielfältiges Instrumentarium, daß sie um Arrangier- und Instrumentenvarianten kaum je verlegen sein dürften. Vom schlichten Dudelsack- oder Drehleierduo über die mehr westeuropäisch orientierte Klangmischung von Geige und Holzquerflöte oder die erdige Kombination von Klarinette und diat. Akkordeon bis hin zu recht jazzigen saxophonlastigen Sätzen reicht das beeindruckende Specktrum. Hotel Palindrone bot einen freien Tanzboden von den Alpen über Zentralfrankreich bis in die Bretagne.
Colinda spielt allerbeste Cajunmusik. Die Cajuns sind eine in Louisiana lebende französischsprachige Minderheit. In der klassischen Cajun Besetzung Geige, Akkordeon, Gitarre und Waschbrett zeigten Colinda, daß auch der Berliner Sumpf mit Two-Step und Jitterbog den Bären zum Steppen bringt.
Bettina Wunderlich, Jan Budweis und Wolfgang Meyering kurz Veranda sind für ihre Vielfalt bekannt. So spannten sie den Bogen vom Balkan über Skandinavien bis in die Bretagne. Um beim würfeln zu bleiben - Große Straße.
Swedenquell ist seit 1984 mit wechselnder Besetzung fester Bestandteil der Leipziger Folkszene. Das Repertoire wurde im Laufe der Jahre erweitert und umfaßt neben schwedischen auch israelische, englische und französische Stücke. Zu den skandinavischen Wurzeln kehrt Swedenquell aber regelmäßig zurück. Die sechs Musiker, darunter vier Berufsmusiker, sind für ihre Temposicherheit bekannt und überraschen Tanzgruppe und Publikum gern mit spontanen Einfällen und Variationen.



